Der Maschinenbauer Benninghoven aus Wittlich zeigt, wie man mit smarter Technologie zur CO2-Reduktion beitragen und durch Recycling erhebliche Mengen Rohstoffe einsparen kann.

Landschaft, Landwirtschaft, Wirtschaft
Im malerischen Tal der Mosel, gesäumt von Bilderbuchstädtchen und Weinbergen dominiert der Tourismus die Wirtschaft, gefolgt von Landwirtschaft und Weinbau. Viele produzierende Unternehmen sind in der Region nicht angesiedelt. Eines der größten ist Benninghoven, Teil der Wirtgen-Gruppe, die wiederum zu John Deere gehört.
Die Dimensionen des Werkes in Wittlich sind beeindruckend. Mit knapp 500 Mitarbeitenden werden hier nach den Vorgaben der Kunden riesige Asphaltmischanlagen neu gebaut oder unter dem Label Retrofit erneuert. Die Angebotspalette umfasst stationäre und mobile Anlagen, die zwischen 100 bis 400 Tonnen Asphalt pro Stunde verarbeiten können. Das Herzstück ist der Brenner, in dem fast jedes Material verwendet werden kann, das energetisch und betriebswirtschaftlich sinnvoll erscheint.
Das Einsparpotential ist riesig – theoretisch
Der Hauptbestandteil des Asphalts ist Bitumen, der mit 40 bis 45 Prozent der Gesamtkosten zu Buche schlägt. Und hier liegt auch das größte Einsparpotential für Material, Energie und Emissionen. Theoretisch könnten bis zu 95 Prozent des alten Straßenbelags recycelt werden. Theoretisch, denn häufig scheitert der Einsatz von Recyclingmaterial am Widerstand der lokalen Behörden, die fürchten, dass sich dadurch die Qualität des Endproduktes verschlechtert. Gleiches gilt für die Absenkung der Temperatur im Verarbeitungsprozess, die technisch möglich ist und ein qualitativ identisches Produkt garantiert. Ein Blick zu unserem nordöstlichen Nachbarn, die Niederlande, genügt, um zu verstehen, dass der Einsatz von recyceltem Asphalt sowohl möglich als auch absolut sinnvoll und kosteneffizient ist.
Grüner Wasserstoff als Brennstoff
Benninghoven hat in der Phase des „Wasserstoff-Hypes“ seine Brenner auch für die Verwendung von Wasserstoff optimiert. In Verbindung mit einem Elektrolyseur, der im besten Fall grünen Strom verwendet, könnte so eine deutliche Reduktion des CO2-Ausstoßes erreicht werden. Im Augenblick steht nicht genug grüner Wasserstoff zur Verfügung und mangels Skaleneffekten ist er gegenüber fossilen Brennstoffen noch zu teuer. Der Regulator könnte dafür sorgen, dass sich dieses Verhältnis umkehrt, denn in den meisten Fällen wird noch Braunkohlenstaub verbrannt, der erstens endlich und zweitens klimaschädlich ist.
Jens Böhlmann
Direktor Mittelstand / Grüne Transformation
Kontakt
Jens Böhlmann
Direktor Mittelstand | Grüne Transformation
T. +49 30 206167-127
J.Boehlmann@oa-ev.de




