CCUS als Baustein zur Dekarbonisierung

Pexels, Fotograf: Igor Passchier

Die Abscheidung und Nutzung bzw. Speicherung von Kohlendioxid (CCUS) gilt als wichtiger Baustein zur Dekarbonisierung der Industrie. Hierzu informierte die Online-Veranstaltung „Grüner wird´s nicht: Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS)“ am 9. Juli. Insbesondere schwer vermeidbare Emissionen sollen durch Carbon Capture and Utilization (CCU) bzw. Carbon Capture and Storage (CCS) reduziert werden. Die Bundesregierung verfolgt dieses Ziel mit der sog. Carbon-Management-Strategie (CMS). Lange Zeit standen dem jedoch regulatorische Hürden entgegen, die durch aktuelle Änderungen abgebaut werden. CCUS kann in Zukunft somit einen Wettbewerbsvorteil auf nationaler und internationaler Ebene darstellen.

Hintergrund und Rechtsrahmen

Die Wirtschaftskanzlei CMS gab einen Überblick über die aktuellen regulatorischen Entwicklungen im Bereich CCUS. Die wesentliche Rechtsgrundlage für den Transport und die Speicherung von CO2 bildet das Kohlendioxid-Speicherung-und-Transport-Gesetz (KSpTG). Die dauerhafte Speicherung von CO2 an Land ist grundsätzlich nicht möglich, kann jedoch durch Landesrecht im Rahmen einer Opt-in-Regelung ermöglicht werden. Demnach ist derzeit nur die Offshore-Speicherung möglich.

Eine weitere wichtige Entwicklung war die Änderung des Londoner Protokolls sowie die Anpassung des Hohe-See-Einbringungsgesetzes (HSEG). Dadurch wurde die grenzüberschreitende Lagerung von CO2 in geologischen Gesteinsschichten durch bilaterale Abkommen ermöglicht. Zwar verfügt Deutschland bislang über keine bilateralen Abkommen, jedoch ist künftig mit einem starken Anstieg der Nachfrage zu rechnen. Fördermöglichkeiten ergeben sich in diesem Zusammenhang unter anderem aus CO2-Differenzverträgen, der Bundesförderung Industrie und Klimaschutz (BIK) und künftig durch die Industrial Decarbonisation Bank (IDB).

Am Beispiel Verbio und Fluxys

Das Unternehmen Verbio sieht in CCS einen potenziellen Wettbewerbsvorteil. Im Gegensatz zu Anwendungen im Bereich e-SAF und der Chemieindustrie, bei denen wirtschaftliche Anreize fehlen, können Emissionsminderungen durch CCS anrechenbar sein. Diese Kapazitäten könnten bei Verbio jährlich ca. 500.000 t an CO2 erfassen. Herausforderungen bestehen jedoch weiterhin bei hohen Investitions- und Infrastrukturkosten. Dies sieht auch das belgische Energieinfrastrukturunternehmen Fluxys so. Das Unternehmen setzt zunächst auf den Aufbau von energieintensiven Clustern sowie auf Export- und Speicherprojekte. Belgien verfügt über 4 bilaterale Abkommen für den grenzüberschreitenden CO2-Transport und ist damit weiter fortgeschritten als Deutschland. Auch Fluxys strebt eine einheitliche Regulatorik und politische Unterstützung an. Ein ausgebauter nationaler sowie europäischer Rechtsrahmen ist ein Grundbaustein für CCUS und notwendig, um grenzüberschreitende Projekte sowohl in der EU als auch international zukünftig auszubauen.

Lisa Fuchs
Werkstudentin

Kontakt

Jens Böhlmann
Direktor Mittelstand | Grüne Transformation
T. +49 30 206167-127
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