„Grüner wird’s nicht – Grüne Bauwirtschaft“

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8. Dezember 2023, Veranstaltungsreview

Thema der Dezember-Ausgabe der Online-Veranstaltungsreihe Reihe „Grüner wird´s nicht“ der Unternehmensplattform Grüne Transformation im Ost-Ausschuss war das Thema „Grüne Bauwirtschaft“.

Wie groß dabei die Potenziale zur Einsparung von Kohlendioxid sind, erläuterten Experten dreier Mitgliedsunternehmen. Die Knauf AG will bis 2032 den Ausstoß an Treibhausgasen innerhalb ihrer Gips-Fertigungsprozesse um 30 bis 50 Prozent senken. Möglich werden soll dies durch Energieeffizienzmaßnahmen, langfristige Umbauten der Anlagen und reduzierte Trocknungszeiten.

Gips sei als Baustoff bereits vollständig recycelbar, erläuterte Christopher Dürr. Allerdings fehle in Europa noch die geeignete Gesetzgebung, um Gipsplatten mit Recyclinganteilen vermarkten zu können. Dürr bemängelte zudem Genehmigungszeiten von 15 Jahren und warnet vor Rückschlägen im Transformationsprozess durch die gegenwärtige Haushaltskrise. Zudem müsse die Akzeptanz für eine Rohstoffförderung in Deutschland wieder steigen, um Co2-intensive Importe zu vermeiden.

Wie nachhaltiger Wohnungsbau realisiert werden kann, erläuterte Steffen Sendler, Geschäftsführer von Sendler & Company an praktischen Beispielen wie einem Wohnpark in Magdeburg. Das Unternehmen, das Bauprojekte in ganz Osteuropa und Zentralasien managt, setzt auf klimafreundliches, serielles Bauen und kurze Lieferketten durch lokale Produktion. Einzelne Module werden komplett in Werkshallen gebaut, auf LKW verladen und am Endpunkt zu größeren Einheiten montiert. Kurze Wege, umweltfreundliche Werkstoffe und standardisierte Bauverfahren helfen bei der Treibhausgasvermeidung.

Noch konsequenter auf kurze Lieferwege setzt die Firma BAUER Spezialtiefbau GmbH für ihre Tiefbauprojekte. Hursit Ibuk, Leiter Baustofftechnik und Product Sustainability, stellte das „Mixed-In-Place-Verfahren“ vor, bei dem der örtliche Baugrund als Baustoff gleich mitverwendet wird, indem er mit Wasser und einer Zementemulsion vermischt wird. Viele tausend LKW-Fahren entfielen durch die Methode, die Treibhausgasersparnis bewege sich zwischen 30 und 42 Prozent.

Kontakt
Jens Böhlmann
Direktor Mittelstand | Grüne Transformation
T. +49 30 206167-127
J.Boehlmann@oa-ev.de

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